FUTURE-LAW TECH RADAR #3 – Künstliche Intelligenz: ein Must-Have für (interne) Untersuchungen/Forensic?

Wie hoch ist die Fehlerquote eines KI-basierten Ansatzes? Nach dem erfolgreichen Kick-off im Juni 2020 lud Future-Law am 14. Juli 2020 erneut zum dritten Legal Tech Radar ein. Gemeinsam mit Ernst & Young wurde in einem praxisnahen virtuellen Tech Radar die Bedeutung und Trends von künstlicher Intelligenz in (internen) Untersuchungen diskutiert.

„Künstliche Intelligenz (KI) ist eines der Buzzwords der letzten Jahre. Jedoch für die Betrugserkennung und -bekämpfung ergeben sich durch KI schon heute ganz neue Möglichkeiten – die steigenden Datenmengen bei (internen) Untersuchungen können mittels KI meist vollumfänglich und rasch analysiert und bewertet werden. Dies spart einerseits Zeit und Geld, und kann andererseits die Qualität der Erkenntnisse und Findings einer Untersuchung massiv erhöhen.“ (Benjamin Weissmann MBA, CFE | Associated Partner | Forensic & Integrity Services | Forensic Technologies bei Ernst & Young) „Verfechter der KI sind oft der Meinung, dass die Fehlerquote eines KI-basierten Ansatzes gegen Null geht. Kritiker hingegen behaupten, dass letztendlich nur Menschen die Probleme in einem Unternehmen lösen können. Die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen – stimmt das Training sowie die Kommunikation zwischen Technikern und Juristen, können mit dem Einsatz von KI hervorragende Ergebnisse erreicht werden.“, so Sophie Martinetz (CEO & Founder | Future-Law) in der Diskussion.

Im Fokus des Future-Law Tech Radar stand der Anwendungsbereich Künstlicher Intelligenz im Kontext der Betrugserkennung. Um den Teilnehmer*innen einen praktischen Einblick zu gewährleisten, lag der Schwerpunkt dabei nicht auf den technischen Einzelheiten verschiedener Softwarelösungen, sondern vielmehr auf der konkreten Anwendung derselben.

Dabei wurden etliche in der Branche wichtigen Punkte angesprochen – im Diskurs um die Digitalisierung gibt es häufig bestimmte Vorurteile, gerade was den Einsatz von KI in der täglichen Arbeit angeht. Nicht nur die Balance zwischen Technikern und Juristen oder zwischen Maschinen und Mensch ist wichtig, um einen rentablen Einsatz von KI im Unternehmen erzielen zu können. Im Webinar wurden daher verschiedene mögliche Lösungsansätze vorgestellt, um sinnvolle Anwendungsfälle identifizieren und letztendlich umsetzen zu können.

Als Schlüssel zum Erfolg dienen einige zu berücksichtigende Faktoren – nur um der KI willen eine solche Lösung einzusetzen, schießt völlig am Ziel vorbei. „Leider ist das häufig der Fall“, weiß Digitalisierungsexpertin Sophie Martinetz, die dieses Phänomen auch in ihrem kürzlich beim Springer-Verlag publizierten „Legal Tech Guide“ behandelt. „Erst wenn Sinn und Nutzen des Tools klar identifiziert sind, kann über den Einsatz von KI im eigenen Unternehmen nachgedacht werden.“

Das Publikum des Tech Radars zeigte sich durchgehend interessiert und brachte den Vortragenden einige Fragen entgegen. Bei der abschließenden Diskussion stand vor allem die Frage um die konkreten Anwendungen und die Herausforderungen im Fokus. Benjamin Weissmann, Partner EY, freut sich über die erfolgreiche Veranstaltung: „Unser Ziel war es, den Teilnehmer*innen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von KI im Legal Tech Bereich aufzuzeigen – das ist uns, wie die rege Teilnahme gezeigt hat, sehr gut gelungen.“

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