Basics des agilen Managements

Scrum, Kanban oder das Spotify Modell? Agile Organisationsformen sind häufig vorzufinden, aber was macht das agile Management eigentlich aus? Erfahren Sie hier die Grundprinzipien hinter der agilen Einstellung.

Angefangen hat das agile Management mit den Überlegungen einer Gruppe von Software-EntwicklerInnen. Die Gruppe hat in ihrem Arbeitsalltag festgestellt, dass gewisse Werte mehr zählen sollten als andere. Die wichtigsten Werte können in vier Punkten zusammengefasst werden:

  • Menschen und Zusammenarbeit sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge
  • Lauffähige Software bedeuten mehr als umfangreiche Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit AuftraggeberInnen sind wertvoller als Vertragsverhandlungen
  • Reagieren auf Änderungen ist wichtiger als das sture Befolgen eines Plans

Bei agilen Organisationsmodellen geht es vor allem darum, innerhalb eines Projektzeitrahmens rasch und professionell auf Veränderungen reagieren zu können. Egal bei welchem der verschiedenen Modelle – die 12 Grundprinzipien agiler Arbeitsweisen bleiben meist gleich und gehen vor allem von einer starken KundInnenorientierung aus.

  1. Die KundInnenzufriedenheit hat immer höchste Priorität und wird durch schnelle und kontinuierliche Lieferung erreicht.
  2. Sich ändernde Umgebungen werden in jeder Phase des Prozesses berücksichtigt, um den KundInnen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
  3. Ein Produkt oder eine Dienstleistung wird mit höherer Frequenz geliefert.
  4. Stakeholder und EntwicklerInnen arbeiten auf täglicher Basis eng zusammen.
  5. Alle Stakeholder und Teammitglieder bleiben für ein optimales Projektergebnis motiviert, während die Teams mit allen notwendigen Werkzeugen und Unterstützungen ausgestattet sind und ihnen vertraut wird, die Projektziele zu erreichen.
  6. Persönliche Treffen gelten als das effizienteste und effektivste Format für den Projekterfolg.
  7. Ein funktionierendes Endprodukt ist das ultimative Maß für den Erfolg.
  8. Nachhaltige Entwicklung wird durch agile Prozesse erreicht, wobei Entwicklungsteams und Stakeholder in der Lage sind, ein konstantes und kontinuierliches Tempo beizubehalten.
  9. Die Agilität wird durch einen kontinuierlichen Fokus auf technische Exzellenz und richtiges Design verbessert.
  10. Einfachheit ist ein wesentliches Element.
  11. Selbstorganisierende Teams sind am ehesten in der Lage, die besten Architekturen und Designs zu entwickeln und die Anforderungen zu erfüllen.
  12. Regelmäßige Intervalle werden von Teams genutzt, um die Effizienz durch Feinabstimmung des Verhaltens zu verbessern.

Mittlerweile gibt es zahlreiche kritische Stimmen und Weiterentwicklungen zum ursprünglichen agilen Manifest, insbesondere was die Werte und Eigenschaften agiler Projekte betrifft. Agile Vorgehensmodelle stehen jedoch nach wie vor für Flexibilität und Agilität, um den Nutzen einer Lösung für KundInnen und AnwenderInnen in den Mittelpunkt zu stellen bzw. zu maximieren. Die MitarbeiterInnen sollen selbst denken, statt sich auf die Dogmen der Softwareentwicklung zu verlassen und Dinge nach Vorschrift zu tun. Den höchsten Wert hat die funktionierende, nützliche Lösung. Alle anderen Projektergebnisse, wie z. B.: Zielvereinbarungen, Architekturdokumente und Vorgehensmodelle, dienen dazu, dieses Ziel zu erreichen. Die Erstellung von Dokumenten ist auch in agilen Vorgehensmodellen vorgesehen. Allerdings sollten alle Dokumente und Aktivitäten, die keinen Mehrwert für das Endergebnis bringen, vermieden werden (obwohl dies nicht wirklich eine Anforderung aus dem agilen Umfeld ist, denn diese Regel sollte bei jeder Art von Projektdurchführung befolgt werden…).