Dr. Hannes Hartung im Interview über Digitalisierung

Laut einer Umfrage von LexisNexis würden 70 % der Österreicher digitale Rechtsberatung nutzen – über das Legal Tech advocado haben bereits über 160.000 Menschen den passenden Rechtsbeistand online gefunden, in Österreich allein mehr als 2.500 in den letzten Monaten. Der Münchner Anwalt Hannes Hartung betreut über advocado Mandant*innen aus Deutschland und Österreich und spricht im Interview über die Digitalisierung des Kanzleialltags, Legal Tech und die Vorzüge digitaler Mandatsbearbeitung.

Die Digitalisierung von Alltag, Beruf & Wirtschaft schreitet immer weiter voran. Wie macht sich die Digitalisierung in Ihrem Arbeitsalltag als Anwält*in bemerkbar und wie haben Sie sich darauf eingestellt?
Jeden Tag, jede Stunde und jede Minute. Ich arbeite fast ausschließlich digital und verschicke auch alle Anwaltsschreiben und Schriftsätze per beA. Auch die Recherche und Falllösung geht mit den modernen Datenbanken wie beck-online viel schneller von der Hand als noch vor 20 Jahren.

Wie haben Sie sich auf die Digitalisierung eingestellt?
Durch eine Verbesserung des Servers und der IT-Infrastruktur sowie durch hochwertige Kanzlei-Software. Wir nutzen u. a. Annotext, MS Office, die Spracherkennung per Dragon legal – und advocado.

Welche Schwierigkeiten gab es bei der Einführung von digitalen Lösungen in Ihrer Kanzlei?
Keine. Mein erster Computer war 1986 ein C 64. Der war neben meinem ersten Schneider-PC XT 1512 mit einer 20 MB Seagate Festplatte und Monochrommonitor allerdings deutlich langsamer als die Geräte heute (lacht).

Wie haben digitale Lösungen Ihren Arbeitsalltag verändert?
Wir müssen keine Schriftsätze mehr ausfertigen und kopieren, die wir digital über das beA einreichen. Aber ja: Ich tippe jetzt viel mehr. Wenn es bei Schriftsätzen schneller und umfangreicher sein soll, ist die Spracherkennung mittlerweile aber wirklich gut und erkennungsgenau. Das war vor 7 Jahren noch nicht so. Mit der gestiegenen Rechenleistung ist auch die Performance für uns Anwälte gestiegen.

Legal Tech, also Online-Lösungen für Anwält*innen & Mandant*innen, scheint auf dem Vormarsch. Wie profitieren Mandant*innen von Legal Techs bzw. Online-Rechtsberatung?
Mandant*innen profitieren vor allem von der Schnelligkeit und Effizienz. Sie bekommen ganz schnell eine verlässliche Meinung eines juristisch geschulten Menschen – und nicht etwa von Dr. Google (lacht).

Wie werden digitale Lösungen von Mandant*innen angenommen?
Das hängt ganz vom Mandanten ab. Der klassische bzw. analoge Mandant der alten Schule erwartet den schönen klassischen Schriftsatz auf Bütten und mit Tinte gezeichnet. Jüngere Mandant*innen hingegen nutzen Online-Plattformen wie Amazon, Netflix oder Spotify, sind also an digitale Lösungen für Alltag und Beruf gewöhnt – und setzen diese oft auch voraus. Dementsprechend niedriger sind die Berührungsängste mit Online-Rechtsberatung bzw. Plattformen wie advocado.

Wie leicht konnten Sie advocado in Ihren Arbeitsalltag integrieren & was hat Sie an der Plattform am meisten überzeugt?
Die Integration in den Kanzleialltag war überhaupt kein Problem – wobei ich nicht gedacht hätte, dass ich so viele interessante Anfragen erhalten würde. Es gibt aber natürlich aber auch Fälle, die mit der Erstberatung erledigt sind. Daneben hat mich der Meinungsaustausch mit Kollegen und die interne Wissensplattform überzeugt, die einen leichten Einstieg bei der Plattform ermöglicht.

Wohin wird sich Legal Tech aus Ihrer Sicht entwickeln?
Der Markt wird sich immer weiter diversifizieren. Legal Tech wird einfache und standardisierbare Prozesse übernehmen – den Anwält*innen bei hochwertigen juristischen Dienstleistungen aber nicht überflüssig machen. Zwar werden technikaffine Anwälte ihre Arbeit mit Legal Tech weiter vereinfachen, aber KI und Legal Tech werden komplexe juristische Fälle nicht lösen. Hier werden Anwält*innen sicher weiter gebraucht. Zudem wird kein Roboter die vertrauensvollen Gespräche mit einem Anwalt ersetzen können – denn die für die Betreuung von Mandant*innen braucht es viel Empathie, Vertrauen und einen persönlichen Rahmen.

Welche Tools wünschen Sie sich für die nahe Zukunft?
Endlich ein effizientes Tool, welches mir in der Zeiterfassung hilft. Die manuelle Eingabe am Ende des Tages ist noch immer dröge und mühsam.

Was würden Sie Kollegen empfehlen, die mit der Digitalisierung ihrer Kanzlei starten wollen?
Keine Angst haben – und einfach machen. Fehler bieten die Chance, besser zu werden.

Kurzvita
Dr. Hannes Hartung ist seit fast 2 Jahrzehnten als Rechtsanwalt in den Bereichen Kunst, Kultur, Medien, Vermögensnachfolge, Stiftungen und Steuern tätig. Der auch in Kärnten als Rechtsanwalt zugelassene Münchner ist ein gefragter Experte für Fernsehen und Radio (u. a. ARD, BR, SWR) und lehrt internationales Kunst- und Kulturrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Für seine Dissertation zum Thema „Kunstraub in Krieg und Verfolgung“ wurde er 2007 mit dem Carl-Sonnenschein-Preis ausgezeichnet.

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