eRegulation: Nutzerfreundliche Regulierung durch Digitalisierung

Frei Zugänglicher Beitrag

In seinem Gastbeitrag beschreibt Klaus Steinmaurer, Geschäftsführer Telekommunikation und Post bei der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR), wie die Behörde ein Vorbild in Sachen Digitalisierung sein möchte und wie mittels eRegulation kund*innenfreundliche Lösungen geschaffen werden.

Eine Behörde wie die RTR ist schon per Gesetz dazu verpflichtet, ihre Aufgaben nach den gesetzlich vorgeschriebenen Maßstäben der Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit zu organisieren. Wenn sich dabei Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die Effizienz und/oder das Bürgerservice durch Digitalisierungsmaßnahmen erhöht werden können, besteht de facto eine gesetzliche Verpflichtung, die dafür zweckdienlichen Digitalisierungsmaßnahmen in Angriff zu nehmen.
Dabei darf aber nicht in die Falle getappt werden, Digitalisierung als Selbstzweck zu verstehen. Klare Nutzenerwägungen haben dabei immer an erster Stelle zu stehen. Man sollte auch so ehrlich sein, dass es für gewisse Bearbeitungsschritte manchmal noch immer die effizienteste Methode sein kann, Papier und Stift zu verwenden. Digitalisierung hat den behördlichen Aufgaben zu dienen und nicht umgekehrt.
Als Regulierungsbehörde im Bereich elektronischer Kommunikationsdienste ist es uns natürlich auch ein ganz besonderes Anliegen, eine Vorbildfunktion im Bereich der Digitalisierung von internen Prozessen einzunehmen. Wenn wir uns als Regulierungsbehörde mit diesem Thema befassen, kann das somit nicht ausschließlich unter dem Blickwinkel der Effizienz gesehen werden.

Digitalisierung im Arbeitsleben allgegenwärtig

Die RTR hat daher bereits frühzeitig auf Digitalisierung gesetzt. Mittlerweile kann ein Großteil regulatorischer Services, die die RTR erbringt, digital genutzt werden. Das Leistungsspektrum kann sich sehen lassen: So lassen sich über unser eGovernmentportal „eRTR“ Förderanträge, Diensteanzeigen und Rufnummernverwaltung und auch sonst so ziemlich alle Interaktionen mit den von uns regulierten Sektoren abwickeln. Im Bereich der RTR als digitale Konsumentenschutzeinrichtung trifft Gleiches für Services wie dem Schlichtungsverfahren oder der Meldestelle Rufnummernmissbrauch zu.

Die digitale Welt von morgen zu gestalten und unseren gesetzlichen Auftrag unter Berücksichtigung der Markterfordernisse zu erfüllen, ist dabei das Leitmotiv unserer Digitalisierungsbestrebungen, die wir dabei auch laufend weiterentwickeln. Damit einher geht auch die Gestaltung einer digitalen Infrastruktur innerhalb des Unternehmens, die ein agiles Zusammenarbeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RTR gewährleistet.
Wie setzt man eine Digitalisierungsstrategie um?
Die erfolgreiche Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie unternehmensintern, setzt immer auch eine flexible und vertrauensvolle Arbeitskultur voraus. Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der IT-Abteilung kommt dabei eine hausinterne Vorreiterrolle zu, wenn sie diese kulturellen Aspekte in der Planung und Begleitung von Prozessen bzw. Projekten berücksichtigen. Wie gut das funktioniert hat sich gezeigt, als wir letzten März gezwungen waren von einem Tag auf den Anderen den gesamten Betrieb auf Home Office umzustellen. Die reibungslose Umsetzung dieser Herausforderungen hat dabei den Beweis erbracht, wie gut wir auf einen solchen Fall bereits vorbereitet waren. Der Vorteil einer solchen Krise liegt dann auch darin, dass man bislang ungenutzte Potentiale durch Digitalisierung wirklich in Anspruch nimmt und vor allem, dass Digitalisierung als Mindset bis in den hintersten Bereich des Unternehmens vordringt.
Unabhängig von dieser Krisentauglichkeit unseres Digitalisierungsansatzes, sind noch folgende Punkte, die bei der Umsetzung eines Digitalisierungsprojektes in einem Unternehmen wie der RTR generell zu beachten sind, besonders hervorzuheben
• Steigerung der Effizienz bei der sorgfältigen Besorgung der uns übertragenen gesetzlichen Aufgaben, um Ressourcen zu schaffen, sich den Themen von Morgen zu widmen
• Zeitgemäße Serviceorientierung – Immer mehr stellt der digitale Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern die gewünschte (ev. besser: bevorzugte) Kommunikationsform dar.
• Datenschutz und Datensicherheit sind wesentliche Faktoren, die für das Vertrauen der Nutzer im Vordergrund stehen. Der Regulierungsbehörde werden von Betreibern sowie Nutzerinnen und Nutzern Daten anvertraut, mit denen sorgsam umzugehen ist.
• Besonderes Augenmerk kommt der Datenverwendung beziehungsweise Datenanalyse zu. Der RTR sind umfangreiche Berichterstattungen und Datenveröffentlichungen übertragen. Eine integrierte digitale Vernetzung aller relevanten Systeme ist daher sehr wichtig.
• Schaffung eines agilen Umfeldes für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Als öffentliches Unternehmen steht man zusehends im Wettbewerb um die besten Köpfe. Digitalisierung ist in diesem Zusammenhang daher auch eine Möglichkeit, als Arbeitgeber weiterhin attraktiv zu bleiben.
• Nicht zuletzt sollen auch ökologischen Aspekten im Zusammenhang mit der Digitalisierung der gebührende Raum eingeräumt werden. Ein papierloses Büro und die Schaffung von guten Bedingungen für Homeoffice innerhalb des Unternehmens leisten mittelfristig auch einen nachhaltigen Beitrag, den ökologischen Fußabdruck zu verbessern.
Festzuhalten ist zum Schluss, dass der Weg zu einer digitalen (Service-)Behörde zu werden nicht von einem Tag auf den anderen umgesetzt werden kann, sondern sich an einer Vielzahl von Anforderungen und Zielen orientiert muss. Ein regelmäßiger Review und Abgleich mit geänderten Rahmenbedingungen sind eine logische Schritte, die diesen Prozess, der eigentlich nie abgeschlossen ist, laufend begleiten.

Anmerkung:

Bei den oben genannten Ausführung handelt es sich um eine persönliche Beurteilung des Autors und nicht um eine offizielle Stellungnahme der RTR GmbH oder der bei ihr angesiedelten Kommissionen.

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