Ergebnisse: Legal Tech-Barometer 2026
Aktuell
Legal Tech Barometer 2026: KI ist im juristischen Alltag angekommen, aber Strukturen fehlen

Am Montag, den 04. Mai 2026, haben wir mit Vertreter:innen verschiedener Rechtsbereiche die Ergebnisse unseres Legal Tech-Barometers 2026 diskutiert.
Das Future-Law Legal Tech Barometer ist die führende österreichische Studie zur Digitalisierung und KI-Adoption in der Rechtsbranche. Die zehnte Ausgabe zeigt: Künstliche Intelligenz hat sich vom Experiment zum Alltagswerkzeug entwickelt – und stellt die Branche vor grundlegende Strukturfragen.

„Jetzt entscheidet sich, wer den Wandel aktiv gestaltet – und wer von ihm gestaltet wird.“ – Sophie Martinetz, Gründerin Future-Law



KI-Nutzung auf historischem Höchststand
Fast die Hälfte der befragten Juristinnen und Juristen (45 %) nutzt KI bereits mehrmals täglich. Insgesamt greifen 99 % zumindest gelegentlich auf KI-Tools zurück. Die rechtliche Recherche ist mit 81 % der meistgenutzte Anwendungsfall, gefolgt von Übersetzungen (54 %), Textentwürfen (48 %) und Dokumentenanalyse (47 %).
Die Zeitersparnis ist real und messbar: 44 % der Befragten gewinnen täglich 30 Minuten oder mehr. Diese Zeit wird überwiegend sinnvoll eingesetzt – für komplexere juristische Fragestellungen (64 %), Qualitätssicherung (34 %) und strategische Beratung (28 %).
Berufsbild im Wandel
KI verschiebt Aufgaben – spürbar und strukturell. Routinetätigkeiten, die bisher von Juniors, Assistenzfunktionen oder externen Kanzleien erledigt wurden, werden zunehmend KI-gestützt abgewickelt. 62 % der Befragten bestätigen diesen Shift bereits heute.
Für die kommenden zwei Jahre erwarten die Teilnehmenden eine weitreichende KI-Übernahme zentraler juristischer Tätigkeiten: Due Diligence (86 %), Vertragsanalyse (84 %), Wissensmanagement (84 %) und rechtliche Recherche (81 %) werden weitgehend KI-unterstützt erfolgen – so die Einschätzung der Befragten.
Qualität bleibt Herausforderung
Trotz hoher Nutzung bleibt die Qualität ein kritischer Faktor: 52 % bewerten KI-Ergebnisse als mittelmäßig, fast 70 % müssen Outputs häufig oder sehr häufig korrigieren. Die meistgeforderten Eigenschaften von KI-Lösungen sind Richtigkeit und Aktualität (87 % „sehr wichtig“) sowie Datenschutz und Vertraulichkeit (75 % „sehr wichtig“). Die juristische Fachkompetenz bleibt damit unverzichtbare Kontrollinstanz.
Strukturelle Lücken bremsen das Potenzial
Die hohe Nutzungsrate steht einem klaren Strukturdefizit gegenüber: 44 % der Organisationen haben keine verantwortliche Person für Legal Tech oder KI, 27 % verfügen über kein dediziertes Budget. Die nächste große Herausforderung ist die Integration: 50 % planen Schnittstellen zu neuen Tools, 41 % die Einführung automatisierter Workflows.
„Die Nutzung ist da – die Strukturen hinken hinterher“, bringt es Future-Law-Gründerin Mag. Sophie Martinetz auf den Punkt.
Über das Legal Tech Barometer
Das Future-Law Legal Tech Barometer wird seit neun Jahren jährlich veröffentlicht und gilt als zentrale Studie zur Digitalisierung der Rechtsbranche in Österreich. Die Ausgabe 2025 basiert auf einer umfassenden Befragung von Fachkräften aus Rechtsabteilungen, Kanzleien und dem öffentlichen Bereich.
Download:
In Kooperation mit unseren Partnern:

Sie möchten selber KI-Projekte durchführen? Dann melden Sie sich unter office@future-law.at oder informieren Sie sich hier über unsere KI-Leistungen.