KI in der juristischen Praxis – Nachbericht 11.12.2025
11. Dezember 2025
Gemeinsam mit Peter Forster (Base-IT) stand bei unserem virtuellen Austausch am 11. Dezember die Frage im Vordergrund, wie moderne Kanzleien und Abteilungen sich „Ready for AI“ aufstellen können. Die Diskussion zeigte, dass die Integration von KI weit mehr bedeutet als einzelne Tools einzuführen: Es geht darum, eine Infrastruktur zu schaffen, die anpassungsfähig, sicher und bereit für künftige Entwicklungen ist.
Anhand konkreter Use Cases wurden die praktischen Potenziale von KI beleuchtet – von automatisierten Dokumentenanalysen über intelligente Recherche bis hin zu Optimierungen im Mandatsmanagement. Gleichzeitig wurde kritisch diskutiert, wie man Risiken wie Fehlerquellen, Datenschutz oder Qualitätskontrolle begegnet und welche neuen Verantwortlichkeiten dadurch entstehen.
Sophie Martinetz (Future-Law) eröffnete die Diskussion mit der Beobachtung, dass Anwaltskanzleien häufig noch mit Altsystemen („Legacy-Systemen“) arbeiten. Bei KI-Projekten stoßen Teams zwar auf großes Interesse, allerdings ergeben sich schnell Fragen nach dem richtigen Umgang mit sensiblen Daten. Peter Forster (base-IT) hob hervor: „Der Umgang mit Daten, Copilot und Security ist ein riesiges Thema, besonders für Rechtsanwälte.“
Forster betonte, dass Datenschutz in Microsoft-Lösungen strengen Vorgaben unterliegt – insbesondere bei Datenverarbeitung in der EU. Zentral sei, dass KI-Produkte wie Copilot nur auf die Daten zugreifen können, für die der jeweilige Nutzer bereits berechtigt ist. Dennoch sei es essenziell zu überprüfen, ob die bestehenden Berechtigungen tatsächlich angemessen sind: Durch die Fähigkeit der KI, Relationen und Zusammenhänge besser zu erkennen als traditionelle Suchfunktionen, erschließen sich neue Einsichten – und führen nicht selten zu Überraschungen, welche Daten auffindbar sind. Ein Kunde habe etwa unbewusst Zugriff auf Protokolle von Mitarbeitergesprächen erhalten, was zuvor nicht klar war.
Wie sollten Kanzleien und Rechtsabteilungen nun mit diesen Herausforderungen umgehen? Laut Forster gibt es zwei zentrale Bausteine: Einerseits müssen die bestehenden Berechtigungen regelmäßig überprüft und angepasst werden. Andererseits ist es unerlässlich, die eigenen Datenbestände in Microsoft 365 und anderen Systemen systematisch zu analysieren und zu kategorisieren.
Abschließend betonte Sophie Martinetz den Praxisbezug: Nicht jede Aufgabe in der Kanzlei erfordere den Einsatz von KI. Besonders im Bereich Dokumentenautomatisierung könne Automatisierung ohne klassische KI-Lösungen auskommen. Dagegen sei der KI-Einsatz etwa bei Benchmarks von Verträgen, Wissensmanagement oder bei der Unterstützung von wiederkehrenden, mittel-komplexen Aufgaben sehr mächtig. Um das Potenzial zu heben, lohne es sich, das gesamte Team einzubeziehen und offen für neue Inspirationen zu sein. „Viele Teammitglieder haben ganz andere Anwendungsfälle im Kopf als die Führungskräfte – und sind oft positiv überrascht, wie hilfreich die Technologie sein kann“, so Martinetz.
Der Einsatz von KI ist eine Basistechnologie, die bleibt und zunehmend Teil des Arbeitsalltags wird. Wichtig sei, sich frühzeitig mit den Möglichkeiten und Herausforderungen zu beschäftigen, um bestmöglich zu profitieren.
Der Online-Call bot praxisnahe Impulse und lebendigen Austausch. Deutlich wurde: Die Chancen der KI lassen sich vor allem dann erfolgreich nutzen, wenn technische, organisatorische und menschliche Faktoren zusammenspielen. Offenheit für neue Technologien, kritische Reflexion und gegenseitige Unterstützung sind dafür wesentliche Erfolgsfaktoren.
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