Legal Tech Frühstück für Rechtsabteilungen – Nachbericht 19.11.2025
20. November 2025
In unserem Frühstück am 19.11.2025 war das Thema aufgrund der großen Nachfrage erneut AI und AI-Tools für Rechtsabteilungen. Anhand der Legal Usecases für AI präsentierten und besprachen wir verschiedene Tools und Erfahrungen mit deren Nutzung.
Die bisherigen Erfahrungen der Teilnehmer:innen im Umgang mit AI-Tools fielen sehr unterschiedlich aus. Während viele bereits LLMs, Copilot oder vergleichbare Systeme in ihrem juristischen Alltag einsetzen, fühlen sich andere Rechtsabteilungen noch wie im „Pre-AI-Zeitalter“. Einige dieser Rechtsabteilungen konzentrieren sich derzeit vor allem darauf, ihre Datenqualität und Datenstrukturen zu verbessern, um künftig AI-Funktionen effizient darauf aufbauen zu können.
Der Microsoft Copilot wird in Rechtsabteilungen vor allem für Assistenzaufgaben genutzt – etwa zur Priorisierung, zur Erstprüfung von NDAs oder zur Aufbereitung und Zusammenfassung von Informationen. Je besser er trainiert bzw. je öfter er eingesetzt wird, als desto hilfreicher wird er wahrgenommen. ChatGPT (oder ein anderes LLM) wird gerne zur Strukturierung juristischer Texte und für erste Einschätzungen verwendet. Auch die Arbeit mit Klauseln, also Entwurf oder Optimierung erfolgt teilweise über LLMs, jedoch werden hier auch weitere, auf Klauselbibliotheken spezialisierte AI-Tools eingesetzt. Manche haben Chatbots zur Beantwortung von Routinefragen anderer Abteilungen im Einsatz und eine Rechtsabteilung berichtete auch über erste Schritte zu Document Automation mit AI, war jedoch über die Ergebnisse (noch) enttäuscht.
AI wird weiter auch als Unterstützung im Alltag eingesetzt, um (Formulierungen in) eMails empfängergerecht zu optimieren, insbesondere auch bei englischen Texten. Für Übersetzungen wird häufig DeepL genutzt.
Ein noch nicht ausgeschöpfter Usecase der Rechtsabteilungen liegt im Wissensmanagement mit AI (schneller Zugriff auf das vorhandene Wissen der Rechtsabteilung). Gewünscht wäre auch ein automatisiertes Red-Flagging, mit dem anhand des eigenen Playbooks Drittverträge rasch auf insbesondere fehlende Elemente überprüft werden könnten – da dies einer der zeitaufwändigsten Schritte ist.
Rechtsabteilungen sehen, dass im Moment viele andere Abteilungen neue Tools ausprobieren, ohne dass diese vollständig rechtlich oder datenschutzrechtlich geprüft wurden. Selbst für Testphasen sollten Schutzmechanismen wie etwa der Ausschluss einer Weitergabe von Daten eine zwingende Bedingung sein.
Ein weiterer Diskussionspunkt war der Einsatz von AI zur wortgetreuen Erstellung von Meeting Minutes. Dies kann zu einer Kultur der Zurückhaltung führen, weil sich Teilnehmer:innen weniger frei äußern – selbst in Aufsichtsratsmeetings – und somit kontraproduktiv werden.
Das gemeinsame Fazit war: AI einfach ausprobieren, im eigenen Team nutzbringende Anwendungen identifizieren und dort Erfolge schaffen. Danach die Erfolgsstories und Self-Service-Modelle auf den Rest des Unternehmens ausrollen!
Das Frühstück für Rechtsabteilungen ist eine Kooperationsveranstaltung von Future-Law und der Vereinigung österreichischer Unternehmensjuristen (VUJ) zum Zweck des Best Practice-Austauschs und der Vernetzung.
Mehr unter: Future-Law – Legal Tech Fachkreis
Wir begleiten Sie mit unserer Expertise gerne, bitte melden Sie sich einfach bei s.martinetz@future-law.at.