Toolvorstellung: sHEIRlock Software GmbH – Digitale Vermögensnachforschung in Verlassenschaftssachen
von Lisbeth Habusta
20. Juli 2026
Eine Toolvorstellung von Lisbeth Habusta über sHEIRlock: Wie das Legal-Tech-Startup die Vermögensnachforschung in Verlassenschaftssachen digitalisiert und Notariate bei der Ermittlung des hinterlassenen Vermögens unterstützt. Ein Praxisbericht über automatisierte Prozesse, strukturierte Anfragen und mehr Transparenz in einem zunehmend komplexen Bereich der Abwicklung von Verlassenschaften.
sHEIRlock ist ein Legal-Tech-Startup, das sich auf Vermögensnachforschungen in Verlassenschaftssachen spezialisiert hat.
Einsatzgebiet
Im Zuge eines Verlassenschaftsverfahrens hat ein/e Gerichtskommissär:in den Umfang des hinterlassenen Vermögens zu ermitteln.
In Fällen, in welchen bei Befragungen von Auskunftspersonen der Eindruck gewonnen wird, dass ein (vollständiger) Überblick über das Vermögen fehlt, bietet sHEIRlock eine (für Notariate) kostenfreie Dokumentation der Erhebungspflicht nach § 145a AußStrG.
Diese Fälle sind Studien[1] zufolge im Wachstum begriffen:
- Zunehmendes Ausbleiben umfassender Gespräche mit allen Beteiligten vor dem Ableben (es kann davon ausgegangen werden, dass derzeit nur ca 36,5 % der Personen Klarheit bzgl ihres Erbvermögens empfinden)
- Struktur des Erbvermögens wird immer komplexer
Hier setzt sHEIRlockan und bietet einen strukturierten Prozess, der bislang praktizierte Einzel- bzw fragmentarische Gruppen-Anfragen bündelt und digitalisiert.
Dafür stellt das Unternehmen den hierzulande größten Verteiler mit derzeit ca 500 Empfänger:innen zur Verfügung – darunter: Banken, Versicherungen, Zahlungs- und Onlinedienstleister, Verkehrsbetriebe und Lotterien. Geforscht wird nach Konten, Sparbüchern, Schließfächern, Depots, Versicherungen, digitalen bzw sonstigen Vermögenswerten.
In der Praxis
Das Notariat erfasst den Fall direkt auf der Online-Plattform, diese übernimmt automatisiert die Anfrage bei allen relevanten Stellen.
Flexibilität bei der Anfrage ist durch Filteroptionen (Typ, Sektoren, Bundesland etc) gegeben, nicht zuordenbare Vermögenswerte (zB Fotos von Safeschlüsseln) können einfach geuploadet werden, ein Workflow für Erbenmachthaber:innen ist gegeben.
Nach Versand bietet ein Dashboard Übersicht über ausgegangene Anfragen (Status Tracking). Während Positivmeldungen direkt an das Notariat gesendet werden (Durchbrechung des Bankgeheimnisses nur gegenüber GK und Verlassenschaftsgericht nach § 38 Abs 2 Z 3 BWG), werden Leermeldungen in das Dashboard eingespielt. Derzeit melden bereits mehr als 1/3 der kontaktierten Institute (auf Freiwilligkeit basierend) die Nicht-Existenz einer Geschäftsbeziehung mit der verstorbenen Person via Link.
Über die Autorin:

Mag. Lisbeth Habusta ist Geschäftsführerin der sHEIRlock Software GmbH und dort unter anderem für strategische Planung, Partnerschaften, Projektmanagement und Budgetierung verantwortlich.
[1] „Erben und Vererben 2024“, Institut für Demoskopie Allensbach, 2024; regelmäßig beauftragt von der Deutsche Bank