Nachbericht Legal Tech Update – Keine Scheu vor digitalen Tools

Nachbericht Legal Tech Update – Keine Scheu vor digitalen Tools

NACHBERICHT FUTURE-LAW Legal Tech Update – Keine Scheu vor digitalen Tools – Was tun, wenn’s keiner nutzt bzw damit’s jeder nutzt?

Was sind die Voraussetzungen, damit Innovation im Unternehmen ankommt und auch von den MitarbeiterInnen angenommen wird? Ein bekanntes Spiel: in einem langwierigen Prozess werden Tools getestet, Budgets geprüft, Pros und Cons abgewogen und schließlich das passende Tool implementiert. Ein Prozess, der oft nicht nur Ressourcen, sondern auch Nerven frisst.

Nach der Implementierung ist vor der eigentlichen Arbeit          
Ist ein Tool erstmal implementiert ist jedoch nicht die richtige Zeit, um sich auf den Lorbeeren auszuruhen – die Arbeit ist erst zur Hälfte getan. Denn: was tun, wenn’s keiner nutzt? Beziehungsweise: was tun, damit es genutzt wird. An diesem Punkt im Einführungsprozess eines neuen Tools ist es wichtig, alle relevanten Stakeholder zu motivieren, das Tool auch zu nutzen. Denn was bringt es dem Unternehmen/Kanzlei, wenn niemand damit arbeitet?

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, weshalb MitarbeiterInnen zögerlich sind, was die Nutzung eines neu implementieren Tools angeht. Beim Legal Tech Update am 11. Oktober 2021 ging es genau darum. Mit ExpertInnen aus unterschiedlichen Unternehmen wurde dieses Thema aus unterschiedlichen Perspektiven aufgerollt – mit dabei waren Martin Reichetseder (Director Legal Services / Group Compliance Officer bei TGW Logistics Group GmbH), Nina Mitterdorfer (Rechtsanwältin bei Doralt Seist Csoklich), Philipp Nagel (Project Lead Digital Transformation Legal Services RBI) und Susanne Mortimore (Geschäftsführerin, Lexis Nexis Österreich).

In einer spannenden Diskussion wurde analysiert, welche unterschiedlichen Motivationen es gibt, den Sprung in die Digitalisierung zu wagen, welche Vorteile sich dadurch ergeben und wie MitarbeiterInnen motiviert werden können, die Tools auch zu nutzen.

Gerade die letzte Frage ist relevant, wenn es um Tools wie zB WhistleComplete geht, das von Lexis Nexis in Kooperation mit .LOUPE neu auf den Markt gebracht wurde. Ein sicherer und anonymer, digitaler Meldekanal für Hinweisgeber, um Rechtsverstöße melden zu können ist ab 2022 vorgeschrieben für Unternehmen ab 250 MitarbeiterInnen sowie Gemeinden ab 10.000 EinwohnerInnen. Das neue Tool Lexis WhistleComplete bietet alle benötigten Funktionalitäten in nur einer App und ist somit sehr praktisch – aber wie können MitarbeiterInnen motiviert werden, ein solches Tool im Falle des Falles zu benutzen?

Auch im Entwicklungsprozess eines neuen Tools gibt es viele „pitfalls“, die vermieden werden können. Martin Reichetseder (TGW Logistics Group GmbH) verrät seinen Schlüssel zum Erfolg: „Auf Expertise vertrauen, Kreativität fördern und tatsächlich zuhören.“ 

Nina Mitterdorfer (Doralt Seist Csoklich) ergänzt: „Eine gewisse Geduld muss mitgebracht werden. Sehen Sie Legal Tech Tools als Wegbegleiter an, die neben der täglichen Arbeit mitlaufen. Es ist eine wertvolle Ergänzung, keine zusätzliche Bürde.“

Am Ende des Tages geht es beim Einsatz digitaler Tools um erhöhte Effizienz und den richtigen Umgang mit Daten. Gerade die Macht der Daten haben andere Branchen schon lange erkannt, hier ist es höchste Zeit, dass die Rechtsbranche nachzieht. Susanne Mortimore (LexisNexis Österreich): „Es ist wichtig, den Zug nicht zu verpassen – lieber ein Projekt angehen und gegebenenfalls ohne große Nostalgie wieder stoppen, anstatt einfach nichts zu machen und zu erstarren.“

Auch Philipp Nagel (Raiffeisen Bank International) stimmt dem zu und ergänzt: „Stay open-minded. Neues zulassen und das auch vermitteln. Der Weg bisher mag gut gewesen sein, aber Veränderung kann, auch wenn sie komplex scheint, auch noch Verbesserungen mit sich bringen. Das muss in den Köpfen aller ankommen.“

Über dieses Thema erfahren Sie mehr bei der heurigen Legal Tech Konferenz am 16. November – zum Beispiel bei der Paneldiskussion „Umgang und Herausforderungen bei der Implementierung von Legal Tech und Überlegungen zu Legal Operations“ – legaltech.future-law.at/

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Über Future Law:

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Sophie Martinetz
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