Nachbericht Welcome to the Darknet

Mysterium Darknet: Es existieren viele Mythen und auch eine überwiegend einseitige Berichterstattung zu diesem Thema, weshalb die Wahrnehmung des Darknets vorrangig mit negativen Assoziationen belastet ist. Der „urban legend“ zufolge wird dort mit Bitcoin, Drogen- und Waffen gehandelt. Was hat man als Anwalt bzw Anwältin dort verloren? Im Webcast von EY und Future-Law am 12. Oktober gab Benjamin Weissmann (Partner, EY) einen Einblick in dieses umstrittene Thema und zeigte, dass das Darknet nicht nur für zwielichtige Geschäfte, sondern auch zum Schutz der eigenen Privatsphäre genutzt werden kann (und sollte).

Anwendungsfälle des Darknets

Gerade was die Informationsbeschaffung angeht zählt das Darknet zu den zunehmend relevanten Themen. In zunehmend digitalen Zeiten ändert sich jedoch nicht nur die Art und Weise, wie Informationen beschafft werden, sondern auch, wie mit MandantInnen kommuniziert wird. Die Relevanz bzw die Tragweite einer unüberwachten Kommunikation wird rasch offensichtlich, wenn es sich um MandantInnen handelt, die zB Whistle Blower sind oder sich in Regionen mit Tendenz zur starken Überwachung oder gar Zensur aufhalten.

Wer sich mit Cyber Security auseinandersetzt weiß: es ist keine Einmalinvestition, sondern ein Weg, der die unterschiedlichsten Herausforderungen bereithält. Dafür sollten auch AnwältInnen sich nicht nur rüsten, sondern auch ihre eigene, fundierte Meinung bilden können. Daher haben wir mit den gängigsten Mythen über das Darknet abgerechnet – was ist Fakt, was Fiktion?

  • Nur IT-ExpertInnen können das Darknet nutzen – Das Darknet ist im Prinzip einfach eine Möglichkeit zur Anonymisierung. Die Basis dafür ist das sogenannte TOR-Netzwerk, das als „Onion Router“ in sich geschachtelte Tunnel aufweist, die über mehrere Server laufend eine Rückverfolgung unmöglich machen. Ein angesurfter Anbieter im Internet sieht nur die IP-Adresse des letzten Servers, der als anonymes Postfach fungiert. Die These, dass nur technisch versierte NutzerInnen das Darknet nutzen können stimmt demnach nicht.

  • Das Darknet ist illegal und nur Kriminelle bewegen sich dort – Ursprünglich sollte das Darknet einen Schutz vor Zensur und Überwachung bieten. Auch wenn man nicht gerade ein internationaler Whistle Blower oder Dissident eines strikten Regimes ist, bietet es sich zB für Geschäftsreisen in für Zensur bekannte Länder an. Das Darknet ist keinesfalls illegal, und nicht jede/r, die oder der sich dort aufhält ist automatisch kriminell.

  • Im Darknet bewegt man sich grundsätzlich anonym – Diese These ist mit äußerster Vorsicht zu behandeln – denn ausschließlich Informationen, die über den TOR Browser angesurft werden, sind geschützt. Verbindungen die über andere Browser hergestellt werden, während der TOR-Browser aktiv ist sind nicht automatisch geschützt, ebenso wenig Kommunikation, die über lokal installierte Anbieter (Mail, MS Teams,…) läuft. Auch Mailkonten mit ständigen Mailadressen (wie beispielsweise GMX) die über den TOR-Browser angesurft werden, sind nicht geschützt.

  • Im Darknet kann man alles kaufen – In der Tat gibt es im Darknet Seiten, die einen gleichermaßen erschreckenden wie abschreckenden Einblick in die dunklen Seiten der Menschheit bieten. Jedoch bedeutet die Existenz solcher Seiten nicht, dass die darauf angebotenen Gegenstände oder Dienstleistungen auch legal sind. Dass man sich von solchen Webseiten fernhalten sollte, versteht sich wahrscheinlich von selbst.

  • Das Darknet ist gefährlich – Das Risiko, sich im Darknet „etwas einzufangen“ ist höher als in normalen Browsern. Solange man jedoch keine illegalen Aktivitäten vornimmt, bewegt man sich in recht sicheren Gewässern.

Im Allgemeinen lässt sich über das Darknet sagen, dass es richtig eingesetzt auch die anwaltliche Arbeit sinnvoll unterstützen kann. Hierbei sind insbesondere die bewusste Nutzung der Anonymisierungssoftware und das Vertrauen in die eigene Intuition wichtig. Kombiniert mit einem Bewusstsein über die im Darknet verfügbaren Informationen und einem gewissen Grundrespekt im Umgang mit denselben ist auch die Anwältin bzw der Anwalt gut für die Arbeit mit dem Darknet gerüstet. Die Technik hinter dem Darknet mag also komplex sein, die Anwendung jedoch nicht.

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Über Future Law:

LET´S MAKE LAW DIGITAL. Future-Law ist Österreichs führender unabhängiger Partner für Legal Tech und Digitalisierung im Rechtsbereich. www.future-law.at

 

Rückfragehinweis:

Sophie Martinetz
Future-Law
s.martinetz@future-law.at
+43 1 7151115, +43 664 974 7272
Landstraßer Hauptstr. 1/1/10
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