NextGen: Interview mit Marina Lugauer

2020 vergab Future-Law zum ersten Mal die „NextGen” Awards für Bachelor-, Master-, Diplom- sowie PH.D. Arbeiten aus dem Legal Tech Bereich. Wir wollten mehr über die GewinnerInnen und ihre Begeisterung zu Legal Tech erfahren und haben nachgefragt.

Dieses Interview führten wir mit Marina Lugauer, welche uns mit ihrer Masterarbeit zu dem Thema „Legal Technology in KMU: Empirische Analyse von Akzeptanzfaktoren anhand einer multiplen Fallstudie“ überzeugte.

Wie bist du auf das Thema der Arbeit gekommen?

Ich habe das Masterstudium „Internationale Wirtschaftsbeziehungen“ an der FH Burgenland absolviert und dabei die Vertiefung „Legal Management“ belegt. Neben rechtlichen Schwerpunktfächern, stellten auch die Themen Innovation und Entrepreneurship einen wesentlichen Bestandteil des Studiums dar. Das Thema Legal Technology ist eine wesentliche Schnittstelle zwischen Recht und Innovation und hat mich daher besonders angesprochen.

Was hat deine Arbeit besonders gemacht?

Besonders interessant war für mich, das Thema Legal Technology aus der Sicht von KMU zu beleuchten, weil der Fokus bestehender Literatur zu diesem Thema vor allem auf Rechtsanwaltskanzleien oder Rechtsabteilungen großer Unternehmen lag. KMU sind zwar eine wesentliche Säule der österreichischen Wirtschaft und haben aufgrund der steigenden Komplexität der Geschäftswelt häufig auch einen erhöhten Bedarf an rechtlicher Beratung, beschäftigen aber meist kein eigenes juristisches Personal. Sie können daher eine wichtige Zielgruppe für Legal Tech-Anbieter sein. Das Thema Legal Tech ist aber bei vielen KMU noch nicht angekommen. Meine Arbeit hat gezeigt, auf welche Faktoren die noch geringe Akzeptanz dieser Technologien in KMU zurückzuführen ist.

Da an der Fachhochschule Wert auf praxisnahe Forschung gelegt wird, habe ich mich dazu entschieden jene Akzeptanzfaktoren, die die Einstellung von KMU zu Legal Technology, anhand von konkreten Beispielen österreichischer KMU zu untersuchen, sodass als Ergebnis meiner Arbeit ich konkrete praktische Implikationen darstellen konnte.

Inwiefern stellt deine Arbeit eine Schnittstelle zu Jus/Legal Tech dar?

Durch die Arbeit konnten maßgebliche Erkenntnisse über die Einstellungen zu Legal Technology aus der unternehmerischen Praxis gewonnen werden, die für Legal-Tech Anbieter wertvoll sein können. Meine Arbeit hat auch gezeigt, dass vor allem Vertrauen in Bezug auf Rechtsberatung von hoher Bedeutung für KMU ist, sodass das Vermitteln von Vertrauen und Verlässlichkeit für Anbieter von Rechtsdienstleistungen generell, insbesondere aber im Zusammenhang mit Legal Technology von besonders großer Relevanz ist.

Welche Zukunftspläne hast du?

Ich werde im nächsten Jahr mein Studium der Rechtswissenschaften an der JKU Linz abschließen und möchte mich danach im Bereich „Legal Tech“ weiter vertiefen und mich auch beruflich in diese Richtung orientieren.