Person im Spotlight: Christina-Maria Leeb

Viel wird über die Legal Tech Tools und die Best Practices berichtet. Nur selten werden die Personen der Legal Tech Branche vor den Vorhang geholt. Legal Tech Times ändert das und stellt in jeder Ausgabe eine besondere Person vor. Dieses Mal wärmt sich Christina-Maria Leeb, Gewinnerin des NextGen Awards in der Kategorie Ph.D. sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Münchner Kanzlei HEUSSEN Rechtsanwaltsgesellschaft, im Scheinwerferlicht. Erfahren Sie wie es Leeb in den Legal Tech Bereich verschlagen hat, was sie daran so fasziniert und warum sie eine Gamechangerin ist.

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Transkript

Sie nennt sich lieber Christina, hat im zweiten Bildungsweg zur Juristerei gefunden und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Anwaltskanzlei. All das beschreibt Christina-Maria Leeb, eine von vier NextGen Gewinner*innen. Den Award erhielt sie für ihre Dissertation „Digitalisierung, Legal Technology und Innovation. Der maßgebliche Rechtsrahmen für und die Anforderungen an den Rechtsanwalt in der Informationstechnologiegesellschaft“, in der sie schlüssig das facettenreiche Thema e-Justice aufbereitet. Zudem zeigt sie sich als „Lawfluencerin“ regelmäßig auf Instagram. Wie es dazu kam? Zu Beginn der Diskussion rund um die werbliche Kennzeichnungspflicht von Beiträgen von Influencer*innen habe sich Leeb wissenschaftlich zu dem Thema geäußert. „Dabei ist mir irgendwann spontan dieser Name in den Sinn gekommen“, erklärt Leeb. Diese Idee sollte der Startschuss für eine aktive Social Media Präsenz werden: Neben Instagram gibt sie auch auf Twitter unter diesem Synonym Einblicke in ihren Alltag, weil es Leeb viel Freude bereite.

Legal Tech Times: Wie sind Sie zu Legal Tech gekommen?

Christina-Maria Leeb: Ich bin schon seit einigen Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer großen mittelständischen Kanzlei in München tätig und habe dort im Rahmen meiner Tätigkeit einmal einen Recherche-Auftrag bekommen zu einem Teilbereich des Legal Tech und bin dann darüber zu meinem Doktorarbeitsthema gekommen, die ich dann auch ins anwaltliche Berufsrecht schwerpunktmäßig verlagert habe und bin dann durch ganz viele Konferenz Teilnahmen und natürlich Lektüre von Publikationen in die ganze Legal Tech Bubble gerutscht. Und ja, fühle mich da nach wie vor sehr wohl.

Was ist für Sie an Legal Tech so faszinierend?

Mich fasziniert an dem ganzen Bereich Legal Technology. Vor allem diese starke Vereinigung der verschiedenen Disziplinen und auch der Fachbereiche. Das ist für mich total faszinierend zu sehen, dass eben man mit der Juristerei nur ein Teilbereich des Ganzen abdeckt. Auf der anderen Seite finde ich noch diese hohe Geschwindigkeit des technischen Fortschritts total interessant. Auch diese schnelle Änderung der Tatsachengrundlage kann man sagen.

Was muss man unbedingt über Legal Tech wissen?

Was man alles über Legal Tech wissen muss? Tja, da hab ich länger drüber nachgedacht und meine, dass mir wahrscheinlich auch nicht die Zeit ausreicht, um hier einzusteigen. Aber was wahrscheinlich den Kern aus meiner Sicht jedenfalls ausmacht, ist, dass man versteht und auch akzeptiert, dass man eben nicht selbst alles wissen kann und auch wissen muss, sondern sich auf den Austausch und auf das Verstehen lernen der anderen einlassen und auch verlassen muss. Das bedingt natürlich auch, dass man ein Grundverständnis anderer Disziplinen entwickelt, dass man ein - kurz gesagt - zu einer gemeinsamen Sprache findet. Und das glaube ich, ist schon ein sehr guter Grundstein und Grundstock, um in das Thema Legal Tech einzusteigen aus meiner Sicht.

Ich bin eine Gamechangerin, weil ...

Ich bin eine Gamechangerin, weil ich es geschafft habe, auf dem zweiten Bildungsweg Jura zu studieren und mir damit meinen größten beruflichen Lebenstraum zu verwirklichen. Und ich möchte bei allen jungen Menschen da draußen einfach mitgeben, dass sie Mut haben, ihre Träume und Ziele zu verfolgen und diese aktiv anzugehen.

00:00:00

Legal Tech Club Redaktion: Wie stellen Sie sich vor?

00:00:05

Christina-Maria Leeb: Mit Christina Leeb, die meiste Zeit, ja, der ganze Vorname ist mir häufig einfach zu lang.

00:00:10

Legal Tech Club Redaktion: Wie sind Sie zu Legal Tech gekommen?

00:00:17

Christina-Maria Leeb: Ich bin schon seit einigen Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer großen mittelständischen Kanzlei in München tätig und habe dort im Rahmen meiner Tätigkeit einmal einen Recherche-Auftrag bekommen zu einem Teilbereich des Legal Tech und bin dann darüber zu meinem Doktorarbeitsthema gekommen, die ich dann auch ins anwaltliche Berufsrecht schwerpunktmäßig verlagert habe und bin dann durch ganz viele Konferenz Teilnahmen und natürlich Lektüre von Publikationen in die ganze Legal Tech Bubble gerutscht. Und ja, fühle mich da nach wie vor sehr wohl.

00:00:59

Legal Tech Club Redaktion: Was ist für Sie an Legal Tech so faszinierend?

00:01:05

Christina-Maria Leeb: Mich fasziniert an dem ganzen Bereich Legal Technology. Vor allem diese starke Vereinigung der verschiedenen Disziplinen und auch der Fachbereiche. Das ist für mich total faszinierend zu sehen, dass eben man mit der Juristerei nur ein Teilbereich des Ganzen abdeckt. Auf der anderen Seite finde ich noch diese hohe Geschwindigkeit des technischen Fortschritts total interessant. Auch diese schnelle Änderung der Tatsachengrundlage kann man sagen.

00:01:39

Legal Tech Club Redaktion: Was muss man unbedingt über Legal Tech wissen? 00:01:47

Christina-Maria Leeb: Was man alles über Legal Tech wissen muss? Tja, da hab ich länger drüber nachgedacht und meine, dass mir wahrscheinlich auch nicht die Zeit ausreicht, um hier einzusteigen. Aber was wahrscheinlich den Kern aus meiner Sicht jedenfalls ausmacht, ist, dass man versteht und auch akzeptiert, dass man eben nicht selbst alles wissen kann und auch wissen muss, sondern sich auf den Austausch und auf das Verstehen lernen der anderen einlassen und auch verlassen muss. Das bedingt natürlich auch, dass man ein Grundverständnis anderer Disziplinen entwickelt, dass man ein - kurz gesagt - zu einer gemeinsamen Sprache findet. Und das glaube ich, ist schon ein sehr guter Grundstein und Grundstock, um in das Thema Legal Tech einzusteigen aus meiner Sicht.

00:02:41

Legal Tech Club Redaktion: Aus welchem Fehler haben Sie am meisten gelernt?

00:02:48

Christina-Maria Leeb: Ich reflektiere mich und auch meine Entscheidungen tatsächlich sehr häufig. Und alles, was in meinem bisherigen beruflichen Werdegang vermeintlich nicht geklappt hat oder wo ich gedacht habe: "Das war jetzt nicht so gut." Hatte irgendwie in der Nachschau, auch einen tieferen Sinn und war häufig genau so richtig oder jedenfalls akzeptabel. Deswegen bin ich für mich aus meiner Sicht glücklicherweise bislang noch nie so richtig gescheitert. Aber ich bin wahrscheinlich im Laufe der Jahre nicht mehr so streng mit mir selbst.

00:03:27

Legal Tech Club Redaktion: Ich bin eine Gamechangerin, weil ...

00:03:34

Christina-Maria Leeb: Ich bin eine Gamechangerin, weil ich es geschafft habe, auf dem zweiten Bildungsweg Jura zu studieren und mir damit meinen größten beruflichen Lebenstraum zu verwirklichen. Und ich möchte bei allen jungen Menschen da draußen einfach mitgeben, dass sie Mut haben, ihre Träume und Ziele zu verfolgen und diese aktiv anzugehen.

00:04:00

Legal Tech Club Redaktion: Für welchen Ratschlag sind Sie am dankbarsten?

00:04:07

Christina-Maria Leeb: Für den Ratschlag: "Sei und bleib immer du selbst", bin ich am besten.

Die Legal Tech Club Redaktion bereitet regelmäßig interessante Beiträge zu den Themen Legal Tech und Digitalisierung vor, damit Sie vorne mit dabei sind!