Sprinting together

Jede Geschäftsidee beginnt mit einem (Kund*innen)Bedürfnis. Danach sind es aber die Kund*innen, die in der Entwicklung oft aus dem Auge verloren werden. Das bemerkte auch Gina-Maria Tondolo, Gründerin von LAWRENCE, und wollte deswegen bei der Entwicklung ihres Tools alles anders machen. In ihrem Beitrag beschreibt Tondolo warum Marketing nicht einfach ist und wie sie ihr Tool Lawrence entwickelt hat.

Eine Idee und Vision zu haben ist gut. Damit in die Umsetzung und an den Start zu gehen ist besser – am besten ist es jedoch, wenn man dies gemeinsam mit ersten Anwender*innen und Kund*innen machen kann.

So hat Gina-Maria Tondolo es mit ihrem Legal Marketing Tool LAWRENCE gemacht. Die Idee zu LAWRENCE stammte bereits aus Tondolos Zeit als Marketing Director einer führenden internationalen Kanzlei. Dort hatte sie sich intensiv mit Themen der Datenverwaltung, Datenqualität und Effizienz beschäftigt.

Marketing ist Knochenarbeit

„Marketing klingt oft sehr glamourös und jeder freut sich über Auszeichnungen, gute Rankings und Events. Was jedoch dahintersteckt, ist beinharte Knochenarbeit und hauptsächlich Data Crunching, denn wir müssen ja bestens über unsere externen und internen Kund*innen Bescheid wissen. Hinzu kommt die DSGVO, die uns zu noch mehr Professionalität im Umgang mit den Daten erzogen hat, was ja an sich eine gute Sache ist“ so Gina-Maria Tondolo.

Marketing kostet vor allem Zeit

Die täglichen Herausforderungen im Marketing sind in vielen Anwaltskanzleien ähnlich: Submissions von 50 und mehr Seiten mit immer strengeren Abgabefristen; Individualisierte Angebote für Mandant*innen; Passende Referenzen, die erst gefunden oder geschrieben werden wollen; Aufwendiges Suchen, Organisation von E-Mails, Versionen, Einholen von Freigaben. Das geht auf Kosten der teuersten Ressource einer Anwaltskanzlei – nämlich Zeit – nicht nur im Supportbereich, sondern auch auf Juristenebene.

Marketing braucht smarte Tools

Tondolo wusste schon vor Jahren, dass es eine Digitalisierungslösung brauchte, die Ordnung, Effizienz und Intelligenz schaffen sollte. Bei der Suche nach einem geeigneten Tool auf dem Markt wurde sie nicht fündig, weshalb sie selbst eine kleine Datenbanklösung programmieren ließ.

Ziemlich schnell war klar, dass diese Datenbank nicht ausreichte, um alle Anforderungen abzudecken. Die Entwicklung eines wirklich guten Tools brauchte volle Konzentration, Kapazitäten und enormes technisches Know-how, erkannte die Marketing Spezialistin. Keine Sache, die sich nebenbei machen lässt. Keine Sache, die eine Anwaltskanzlei macht. Also verließ Tondolo die Kanzlei, um ausgestattet mit ihrer Vision, einer Präsentation und Visualisierungen wieder anzuklopfen.

Sie präsentierte ein Tool, das die bislang zeitintensiven Prozesse vereinfachen und relevante Daten auf Knopfdruck verfügbar machen konnte. Ein Tool, das maßgeschneiderte Angebote mit wenigen Clicks zusammenstellte und den Bereich Submissions weitgehend automatisierte.

Mit dem Wissen um die Anforderungen und die täglichen Pain Points konnte sie mit ihrem Tool überzeugen und die Kanzlei als Partner für das Projekt gewinnen. Eine weitere große Herausforderung war es, einen geeigneten IT-Partner zu finden, der sämtliche technische Anforderungen bedingt durch das anwaltliche

Berufsgeheimnis, Datenschutz, Cloud und Security umsetzen konnte. 

Bald war auch hier klar: für diese Kompetenzen brauchte es einen etablierten, starken Partner. Sicher nicht die günstigste Art zu entwickeln, aber die bei weitem sicherste und für dieses Projekt beste Lösung. Über einen Studienkollegen fand Tondolo zur Innsbrucker Software Schmiede world-direct, Tochter der A1 Telekom, die das Projekt annahm und das Entwicklerteam aufstellte.

Gemeinsam mit Pilotkunden an den Start

Mit dem Vertrauen des ehemaligen Arbeitgebers und einem Hightech Profi an ihrer Seite, fand die Gründerin eine weitere Kanzlei, die zu dieser Zeit auf der Suche nach einem Digitalisierungstool war. Ohne zu zögern und mit großem Enthusiasmus stieg damit ein zweiter Pilotkunde in das Projekt ein.

Was dann folgte, war eine intensive Zeit der Abstimmung zwischen den Kanzleien und den Entwickler*innen. So traf man in der heißen Phase des agilen Entwicklungszyklus alle 14 Tage zusammen, um Visualisierungen und technische Details zu besprechen. Damit war für die Entwicklungspartner sichergestellt, dass eine Software entstand, die ihre Bedürfnisse optimal abbildete. Oftmals gab es tagelange Diskussionen um einzelne Felder, die jedoch immer mit Konsens gelöst wurden.

Sobald die Basisfunktionen und das Grundgerüst der Software standen, wurde den Kanzleien ein Testsystem zur Verfügung gestellt. Sämtliche Entwicklungsschritte konnten somit nach Umsetzung getestet werden. In zahlreichen Feedbackschleifen wurde die Software angepasst und marktfertig entwickelt.

Kein Ende

Unser Entwickler*innenteam hat großartige Arbeit geleistet. Auch indem sie uns immer wieder eingebremst haben. Wir wären sonst heute noch nicht fertig. Zwischenzeitlich gab es auch dunkle Wolken am Himmel in unserer Entwicklungspartnerschaft, denn wir haben viel länger gebraucht als geplant. Das war nicht immer einfach – für alle Beteiligten.“ erzählt Tondolo.

Zuguterletzt haben wir es jedoch geschafft. Das Tool ist fertig und läuft. Heute ist LAWRENCE auch bei anderen Kanzleien in Betrieb und expandiert derzeit in die Schweiz und nach Deutschland.

Aus dem Leben einer Kanzlei

„Viele Start-ups entwickeln nach einem Gründerplan und nicht unbedingt nach Kund*inneenbedürfnissen. Das ist bei Lawrence anders. Hier haben die Kund*innen von Anfang an mitgeredet und Input gegeben. Das macht das Tool super praktikabel und ist auch für neue Kunden ein wichtiges Kaufkriterium.“ meint die Gründerin Gina-Maria Tondolo.

Dank der engen Zusammenarbeit mit den Pilotkund*innen und deren kontinuierlichem Feedback, ist mit LAWRENCE eine vielseitige Software entstanden, die direkt aus dem Leben einer Kanzlei kommt.

Und jetzt? “Wir werden weiterwachsen und weiterentwickeln. Gemeinsam mit unseren Kunden – das hat sich bewährt”, so Gina-Maria Tondolo über die Zukunftspläne ihres Legal Tech Tools.

Meinungen des Entwicklungsteams:

„Die Digitalisierung hat höchste Priorität in unserer Kanzlei. Das Projekt Lawrence
kam zur richtigen Zeit und war eine großartige Gelegenheit bei der Entwicklung
neuer Technologien mitgestalten zu können. Wir haben mit dem Tool neuen
Effizienzen und Business Intelligence im Marketing gewonnen, das macht sich
immer bezahlt.“
– Katja Schmidt
Head of Business Development & Marketing bei Binder Grösswang

„Lawrence ermöglicht ein pro-aktives Management aller Prozesse rund um
Pitching und diverse Einreichungen für nationale und internationale Legal
Directories sowie Rankings. Wir freuen uns, dass wir auch bei diesem Projekt einen
Beitrag zu effizienteren Abläufen und qualitativ hochwertigeren Datenpools in
Rechtsanwaltskanzleien leisten konnten.“
– Birgit Telsnig
Marketing Director bei Schönherr & Projektleitung