Woher kommt die Agilität eigentlich?

Agile Arbeitsorganisationen zeichnen sich durch ihre Flexibilität und schnelle Anpassungsfähigkeit aus. Dadurch, dass die Agilität so oft ins Gespräch gebracht wird, fragt man sich öfter wie man selbst die Agilität am besten einsetzen kann, aber nicht warum sich die Agilität überhaupt entwickelt hat. Erfahren Sie in diesem Beitrag welche Faktoren zur Verbreitung agiler Arbeitsmodelle beigetragen haben.

Globalisierung

Die Globalisierung hat vieles verändert und ist auch einer der Hauptauslöser agiler Arbeitsorganisationen. Ein Grund dafür ist, dass sich die einzelnen Wirtschafts-Akteure und nationale Volkswirtschaften immer stärker vernetzen und an Heterogenität zunehmen. Als Konsequenz steigt die Komplexität im Wirtschaftssystem steigt, weil die Abhängigkeiten voneinander und unschlüssige Strukturen häufiger werden.

Gleichzeitig steigt die Schnelligkeit der Konkurrenz, wodurch die Qualität zwar leiden kann, aber das Produkt günstiger ist. So entsteht ein Innovationsdruck, die Konkurrenzsituation verschärft sich und die Wissensarbeit wird immer wichtiger. Wegen dieser Faktoren nimmt auch die Geschwindigkeit der Change-Prozesse rasant zu.

Eine Anpassung an diese Umstände kann durch traditionelle Organisationsmodelle nicht gewährleisten. Den Unternehmen steht also die schwierige Aufgabe bevor, die Selbstorganisation zu ermöglichen und ein optimales Arbeitsumfeld zu generieren. Verstärkt durch die vermehrte Digitalisierung von Arbeitsprozessen nimmt die Geschwindigkeit weiter zu.

Einige Unternehmen versuchen auch die Folgen der Globalisierung durch die Digitalisierung zu steuern. So wird versucht durch neue Techniken einzelne Prozesse zu verkürzen, damit schneller auf veränderte KundInnenbedürfnisse reagiert werden kann. Manche Unternehmen gehen in diesem Schritt auch so weit und verändern ihr gesamtes Geschäftsmodell.

Dass sich die Bedürfnisse der KundInnen häufiger ändern als früher, liegt auch an der Digitalisierung. Schnellere Kommunikation etwa via Social Media führen dazu, dass die Nachfrage schneller von einem Produkt zu einem anderen schwankt und für die Unternehmen so schwieriger vorhersehbar wird.

Mit diesen Veränderungen im Hinterkopf – schnellere Veränderung, mehrere WettbewerberInnen und veränderte KundInnenbedürfnisse – sahen sich die Unternehmen dazu gezwungen umzudenken und neue Organisationsmodelle in Erwägung zu ziehen.

Demografie

Auch der demografische Wandel hat dazu beigetragen, dass die Agilität öfter eingesetzt wird. Der Anteil der ArbeitnehmerInnen der Generationen Y und Z nimmt zu und stellt die Unternehmen vor neue Herausforderungen. Denn diese Generationen haben andere Wertvorstellungen als die restlichen MitarbeiterInnen: Autonomie, Freiheit, Feedback und Partizipation rücken für die Jüngeren in den Mittelpunkt. Und das deckt sich auch mit den agilen Werten. Die demografische Entwicklung sorgt dafür, dass für die Digital Natives der Anpassungsdruck schwindet. Wichtiger werden zudem eigenes Lerninteresse und die Sinnhaftigkeit. Daraus entstehen neue Ansprüche an ArbeitgeberInnen.

Allerdings bleibt zu bedenken, dass in einigen Unternehmen die derzeitige Management-Generation solche Bestreben eher aufhält, anstatt zu fördern. In solchen Fällen müsste also abgewartet werden, bis diese Personen nicht mehr im Unternehmen sind. So bleibt es beim Appell an die Verweigerer: Generationsbedingte Unterschiede akzeptieren und die resultierende Veränderung der Arbeitswelt aktiv fördern.

 

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