Pressespiegel

Pressespiegel 7.9.

Der Legal Tech Pressespiegel zeigt die besten Neuigkeiten der Woche zu den Themen Legal Tech & Digitalisierung.
Legal Tech News
  • Die deutsche Bun­des­rechts­an­walts­kam­mer (BRAK) be­grü­ßt die Re­gu­lie­rung pri­va­ter Pro­zess­fi­nan­zie­rung. Wie aus einer ak­tu­el­len Stel­lung­nah­me her­vor­geht, teilt sie die im Ent­schlie­ßungs­ent­wurf des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments zur ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten pri­va­ten Fi­nan­zie­rung von Rechts­strei­tig­kei­ten (2020/2130(INL)) ge­schil­der­ten Ge­fah­ren. Die BRAK be­für­wor­tet es zudem, Min­dest­stan­dards in einer EU-Richt­li­nie zum Schutz der Recht­su­chen­den fest­zu­le­gen.
    Nach der BRAK-Stellungnahme sollte der Anwendungsbereich dahingehend erweitert werden, dass auch der außergerichtliche Bereich, also generell die Finanzierung von Rechtsstreitigkeiten erfasst wird. In Deutschland würden auch im außergerichtlichen Bereich Rechtsstreitigkeiten durch Dritte finanziert. Dies sei vor allem im Bereich von Verbraucherstreitigkeiten durch Legal-Tech-Unternehmen, die mit Prozessfinanzierungsgesellschaften kooperieren, zu beobachten. Auch insoweit bestünden aber dieselben Gefahren wie bei der Finanzierung von Gerichtsverfahren. In der Stellungnahme wird zudem angeregt, in den Entwurf klarstellend aufzunehmen, dass auch Unternehmen erfasst werden, die Prozessfinanzierung nur als Nebenleistung oder nur gelegentlich anbieten. Dies betreffe beispielsweise Legal Tech-Anbieter, insbesondere Inkassodienstleister, die gleichzeitig auch Prozessfinanzierung anbieten, treffe aber auch zum Beispiel auf Banken oder Versicherungsgesellschaften zu.
  • Rechtsprofessor Michael Heese erläutert auf beck-aktuell, wie private Unternehmen mit „Legal-Tech-Inkasso“ und „Consumer Claim Purchase“ eine staatlich verursachte Rechtsschutzlücke schließen wollen und warnt davor, dass sich das „private Versprechen wirkungsvollen Rechtsschutzes“ auch ins Gegenteil verkehren könne, wenn Legal-Tech-Anbieter allein das Ziel der Profitmaximierung und nicht der guten Rechtsberatung verfolgen.
  • In der Geschäftsführung von Taylor Wessing wurde zum 1. September ein Personalwechsel vollzogen. Oliver Kirschner, Partner am Standort Hamburg, reicht den Staffelstab an den in München tätigen Partner Marc André Gimmy weiter. Gimmy zeichnet in seiner neuen Position für die Geschäftsbereiche Compliance, Commercial Agreements & Distribution, Disputes & Investigations, Employment, Pensions & Mobility, Insurance und China verantwortlich. Auch die Sparten Service Functions und Legal Tech fallen in seinen Zuständigkeitsbereich.
  • Eine neue Legal-Tech-Lösung der Kanzlei Noerr entlastet Unternehmen bei der Beauftragung und dem Einsatz von Fremdpersonal. Der „Noerr Contractor Compliance Check“ integriert alle dafür notwendigen Prozesse für den effizienten und rechtssicheren Einkauf von Fremdpersonal in einer Plattform.
  • Ein neuer Bericht von LexisNexis hat aufgezeigt, wie stark die Rechtsabteilungen der Big Four in den letzten Jahren gewachsen sind. Was sich ebenfalls geändert hat, ist ihre Strategie.

    Wie David Wilkins von der Harvard Law School in der Studie erklärt: Das letzte Mal, als sie in den 1990er Jahren versuchten, in den Anwaltsberuf einzusteigen, lautete ihre Strategie: „Wir sind genau wie Anwaltskanzleien, nur größer“. Aber das ist nicht mehr ihre Strategie. Ihre Strategie lautet: ‚Wir bieten eine andere Art von Angebot, indem wir von einem Gebührenmodell zu einem Modell mit integrierten Lösungen übergehen‚.

  • Eine neue Studie über nicht fakturierbare Arbeit zeigt, dass viele Unternehmen Millionen an Einnahmen verlieren, die durch die Automatisierung von Routineaufgaben wiedergewonnen werden könnten. Diese Ineffizienz führt auch zu einer unnötigen Überlastung ihrer Mitarbeiter.

    Die Analyse von Zero, einem Unternehmen, das Firmen bei der mobilen E-Mail-Verwaltung hilft, um die abrechenbare Arbeit besser zu erfassen, wirbt verständlicherweise für die Bedeutung der Erfassung der abrechenbaren Zeit (und man könnte argumentieren, dass wir auch von diesem Ansatz abrücken sollten – aber das ist eine andere Geschichte). Es gibt jedoch eine tiefere Geschichte darüber, wie die Abhängigkeit von manuellen Arbeitsmethoden die Produktivität verringert und, um es einfach auszudrücken, den Partnern Geld aus der Tasche zieht. Es führt auch dazu, dass Associates noch länger arbeiten als nötig, und zwar in einer Weise, die niemandem hilft.

Legal Tech Investments
  • Aumni, ein Rechts- und Fintech-Startup, das NLP und menschliche Anwälte einsetzt, um Vertragsdaten zu extrahieren und dann auf dem Dashboard darzustellen – vor allem von anderen Startups – hat eine neue Finanzierung in Höhe von 50 Mio. USD erhalten, an der sich auch die Investmentbank JP Morgan beteiligte und DLA Piper erneut investierte.

    Das Unternehmen wurde von den ehemaligen Anwälten Tony Lewis, der zuvor bei Latham & Watkins und Wilson Soninsi tätig war, und Kelsey Chase, die bei DLA Piper arbeitete, gegründet.

    Aumni hatte zuvor auch eine Finanzierung von der US-amerikanischen Anwaltskanzlei Orrick erhalten, obwohl nicht klar ist, ob sie sich an dieser neuen Serie-B-Runde beteiligt hat. Zu den weiteren Investoren der neuen Finanzierungsrunde gehören: Pelion Ventures, Citadel Securities, Invesco Private Capital und andere. Donnelley Financial Solutions, das Eigentümer von eBrevia ist, hat ebenfalls in Aumni investiert.

Mergers & Acquisitions
  • Onit, die Workflow-Plattform für Unternehmen, hat Bodhala übernommen, ein NLP-gestütztes Unternehmen zur Analyse von Rechtskosten. Dies ist ein weiterer Beweis für einen heißen M&A-Markt im Bereich Legal Tech.

    Letztes Jahr hat Bodhala inmitten der Pandemie 10 Millionen Dollar an frischem Kapital eingesammelt, um dann als unabhängiges Unternehmen zu wachsen.

    Bodhala wird als unabhängige Tochtergesellschaft von Onit operieren. Das Unternehmen ist die dritte Akquisition für Onit in weniger als einem Jahr. Im November 2020 erwarb Onit den KI-Innovator McCarthyFinch und 30 Tage später das führende Unternehmen für Dokumentenautomatisierung AXDRAFT. Im Mai 2019 erwarb Onit außerdem SimpleLegal, einen Anbieter von moderner Rechtsberatungssoftware.

    Durch die Übernahme entstehen „die umfassendsten Lösungen für das Rechtsmanagement in Unternehmen auf dem Markt, die es den Rechtsabteilungen von Unternehmen ermöglichen, Analysen in verwertbare Informationen umzuwandeln, um die Ausgaben für externe Berater zu optimieren“, so das Unternehmen.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit unserem Partner xmotus: „Unsere Mission ist es, Führungskräfte und Berater*innen dabei zu unterstützen, besser informierte Entscheidungen zu treffen, indem wir KI nutzen, um „die Punkte zu verbinden“ und umsetzbare Erkenntnisse zu liefern. Zu diesem Zweck haben wir uns daran gemacht, eine cloudbasierte B2B-Tech-Plattform aufzubauen. Eine KI-gesteuerte Plattform zur Informationsentdeckung, die den Nutzern hilft, die Welt besser zu verstehen und sich auf das zu konzentrieren, was für sie wirklich wichtig ist.“
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